Einmal ist immer das erste Mal

.. und so kam es, daß ich heute das erste Mal in meinem Leben bei der Feuerwehr angerufen habe, die kleine Mistbeule Laurin war nicht ganz unschuldig daran.

Um ein wenig das sonnige Wetter auszunutzen, wollte ich meine Wäsche auf der Terasse aufhängen und schleppte den Korb raus. Laurin schmiss hinter mir die Terassentür zu, ich dachte mir nichts weiter dabei… da er ja nun seit einiger Zeit Türen aufmachen kann (wir erinnern uns oder schauen etwas weiter unten nach), versuchte er es eben auch mit der Terassentür. Nur leider funktioniert der Türgriff hier anders und wenn man ihn runterdrückt, macht man die Tür zu und nicht auf. *schluck*

Da standen wir nun… Mama draußen, Laurin drinnen, dazwischen eine zuenne Tür… sowas von ZU… ZUer ging nicht.. und er hat nicht begrifffen, daß er den Griff wieder hochdrücken mußte. Ich hab mit Engelszungen auf ihn eingeredet, zum Schluß hat er nur noch gekrischen. Als ihm das dann zu doof war, hat er sich umgedreht, seine Bauklötze ausgekippt und gespielt.

Was nun? Mein Handy hatte ich zum Glück in der Hosentasche, auch wenn der Akku schon fast leer war… erstmal den Opa angerufen, ob er noch einen Ersatzschlüssel hatte, was natürlich nicht der Fall war. Er gab mir dann Anweisungen, wie ich mit einer Strippe das gekippte Küchenfenster aufkriegen könnte, was leider mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln nicht hingekriegt habe, nur das Handgelenk hab ich mir aufgeschrammt. Dann waren meine Nerven am Ende und ich hab bei der Feuerwehr angerufen. Dort wurde ich drauf hingewiesen, daß ein Einsatz kostenpflichtig wäre, ebenso, wenn sie mir einen Schlüsseldienst schicken würden.. aber HALLO? Was hätte ich sonst machen sollen?

Ich wartete also auf deren Rückruf und wandte mich dann mal an die Nachbarin im Garten hinter uns, ob sie nicht einen Draht oder so hätten, daß ich es nochmal mit dem Fenster versuchen könnte.. sie fragte mich, ob der Kleine nicht die Tür aufmachen würde, wenn ich klingele… BINGO!… ähh.. hatte ich abgeschlossen, wie sonst auch? Ein Versuch war es wert.. daß ich auch selbst nicht auf diese Idee gekommen bin!

Ich wetzte also wieder ums Haus rum und klingelte.. das war der spannende Moment.. tapptapptapp… klapper… DIE TÜR GING AUF!!! *KREISCH*

Ich hab sofort losgeheult und mein Kind an mich gedrückt und rumgewirbelt. Laurin war so verdattert, daß er auch geheult hat.. da kam dann auch schon die Nachbarin mit dem Rad angefahren und kurze Zeit später ihr Mann mit einem Draht und wollte das Fenster aufmachen, der klingelte aus Versehen bei unseren Nachbarn, deren Tochter die Mama im letzten Jahr ausgesperrt hatte.

MENSCH.. das brauch ich echt nicht noch mal. In Zukunft stecke ich mir immer einen Schlüssel ein und nehme Laurin mit raus. Dabei wollte ich nur nicht, daß er nochmal in die Sandkiste steigt, ehe wir in die Spielgruppe fahren, die waren natürlich alle erstaunt, daß ich da so aufgelöst ankam.

Der Papa hat nur gelacht, als ich ihn in Korea anrief (wieder mal auf Geschäftsreise, wäre auch etwas schlecht gewesen mit Schlüssel vorbeibringen).. ich hätte ihn erwürgen können.

Und zu guter letzt hatte ich eben eine volle Ladung Sand im Gesicht, als ich Laurins Hose vor dem Aufhängen ausgeschlagen habe, der Sand steckt wohl im umgeschlagenen Hosenbein *knirsch*.

Das reicht mir für diese Woche mit Adrenalin… als Entschädigung habe ich mir eine Luxustricknadel gegönnt eben, die aber immer noch wesentlich billiger war, als ich gedacht hätte..

In diesem Sinne: Ich wünsche Euch einen besseren Wochenstart. Aber das ist IMMER so, wenn der Papa weg ist, passieren irgendwelche Katastrophen. Schlechtes Karma…

Die Feuerwehr habe ich dann übrigens wieder abbestellt und auch beim Opa Entwarnung gegeben.

3 Gedanken zu „Einmal ist immer das erste Mal

  1. Au weia, du arme! Hast aber noch mal Glück gehabt, dass die Haustür nicht noch von innen abgeschlossen war… Dass man nach so einer Aktion mit den Nerven runter ist und anfängt zu heulen, ist doch klar! Fühl dich getröstet und gedrückt!!!

    Allerliebste Aufmunterungs-Grüße
    Jasmin

  2. Oh, mannomann, das ist ja heftig!!! Gut, dass Lauriin von innen aufgemacht hat. Und, dass du die Feuerwehr noch abbestellen konntest!!!
    Was macht’n ihr morgen Nachmittag?
    Noch’n Grüßchen
    von Tine

  3. Hey Schwesterlein!
    Verzeih es mir, aber ich musste beim lesen eben so lachen. Eigentlich ist es ja nicht lustig, aber wenn denn alles gut gegangen ist und man das so liest….

    Also Laurin lässt sich aber auch immer was einfallen um dich auf Trab zu halten, was?? Ehrlich, aber ein gutes hat es ja:
    Du wirst nie wieder ohne Schlüssel aus dem Haus gehen. Wer weiß, wofür es gut war! Gelle?!?

    Ich wünsche euch einen schönen, katastrophenfreien Tag und viele Küsschen für Schwesterlein und Neffe!

    Die Tante Nadia

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